Praxisbeispiel · Personaldienstleistung (Studierendenvermittlung)

KI-Telefonagent in der Personalvermittlung: über 4.000 Bewerbergespräche im Monat – Zenjob

Die Personalplattform Zenjob lässt KI-Agenten Studierende anrufen, die sich auf Jobs beworben haben, und führt so Erstgespräche in großer Zahl. Was der Anbieter berichtet und was andere Vermittler daraus lernen können.

Veröffentlicht 02.11.2026 · Quelle: telli

Steckbrief

Unternehmen
Zenjob, Berliner Plattform für Personaldienstleistungen, gegründet 2015, vermittelt Studierende für Schichten und Werkstudentenjobs
Einsatz
Ausgehende Erstgespräche mit Bewerbern; Rückrufe werden angenommen
Volumen
über 4.000 Gespräche im September 2026 (Januar: rund 150); 40 Agenten in sechs Bereichen
Ergebnis
88 % der angerufenen Studierenden erreicht; Anruf im Median unter einer Minute nach Übergabe

Ausgangssituation

  • Bei langfristigen Werkstudentenstellen ruft Zenjob jeden Bewerber an, bevor er einem Unternehmen vorgeschlagen wird.
  • Diese Erstgespräche lagen bei einem kleinen Team, das nur eine begrenzte Zahl pro Tag schaffte – die Vermittlungen ließen sich so nicht ausbauen.
  • Die Anrufe sollten sich wie ein lockeres Gespräch anfühlen, nicht wie ein Roboter.

Die Lösung

  • Zenjob baute das Setup in drei bis vier Wochen auf. Geht eine Bewerbung ein, prüft sie zunächst Zenjobs eigenes System, reichert sie mit stellenbezogenen Fragen an und gibt den Kontakt dann an telli weiter.
  • Der Agent ruft sofort an, beantwortet Fragen zu Zenjob und zum Vertrag und ruft auch abends und am Wochenende an, wenn Studierende Zeit haben. Rückrufe nach verpassten Anrufen nimmt er ebenfalls an.
  • Ein Mitarbeiter liest danach die Zusammenfassung und entscheidet, wer weiterkommt.
  • Neue Agenten legen auch Mitarbeiter ohne technischen Hintergrund anhand einer Stellenbeschreibung an, unterstützt von einem KI-Assistenten der Plattform.

Der Nutzen

  • Laut Bericht stieg die Zahl der Gespräche von rund 150 im Januar auf über 4.000 im September 2026; bis Oktober kamen fast 1.800 Gesprächsstunden zusammen.
  • 88 % der angerufenen Studierenden werden erreicht, mehr als ein Fünftel davon über Rückrufe.
  • Für eine Stelle mit speziellen Anforderungen stand ein neuer Agent in einer Stunde bereit und lieferte in der folgenden Stunde rund 40 passende Bewerber bei fast 200 Anrufen.
  • Bei einer kurzfristigen Großanfrage über rund 500 Studierende rief die KI alle Bewerber gleichzeitig an – Aufträge dieser Größe kann Zenjob seitdem annehmen.

Herausforderungen

  • Die Zahlen stammen aus der Anbieter-Fallstudie und sind nicht unabhängig geprüft.
  • Die Entscheidung über Bewerber bleibt beim Menschen; die KI liefert nur die Grundlage. Das sollte bei Bewerbergesprächen auch so bleiben.
  • Zenjob hat ein eigenes Entwicklerteam für die Anbindung an das Backend – Betriebe ohne IT-Ressourcen brauchen mehr Unterstützung.

„Das kann kein Account Manager bei uns irgendwie abtelefonieren.“

Martin Fricke, Produktmanager bei Zenjob, zitiert nach telli

Learnings für andere Betriebe

  1. Sofort anrufen, wenn das Interesse da istIm Median unter einer Minute nach der Bewerbung meldet sich der Agent. Bei Bewerbern, die viele Optionen haben, ist das ein Vorteil.
  2. Zu Zeiten anrufen, in denen die Zielgruppe erreichbar istStudierende sitzen tagsüber in Vorlesungen. Anrufe abends und am Wochenende sowie die Möglichkeit zum Rückruf erklären einen Teil der hohen Erreichbarkeit.
  3. Mensch entscheidet, KI sammeltDie KI führt das Gespräch und fasst zusammen; ob jemand weiterkommt, entscheidet ein Mitarbeiter.
  4. Klein starten, intern zeigenZenjob begann mit einem Bereich. Nachdem andere Teams die Ergebnisse sahen, liefen im September 2026 bereits 40 Agenten in sechs Bereichen.

Unsere Einordnung

telli veröffentlicht keine Preise; ein Angebot gibt es nur nach einem Erstgespräch. Laut unseren Daten richtet sich telli an größere Unternehmen und rechnet nach Minuten ab, mit individuell vereinbartem Kontingent und Minutenpreis.

Zur Größenordnung, als eigene Rechnung: Bei rund 4.000 Gesprächen im Monat und einer angenommenen Dauer von 3 bis 5 Minuten (unsere Annahme, die Quelle nennt keine Gesprächsdauer) fielen etwa 12.000 bis 20.000 Minuten im Monat an. Wichtiger als der Minutenpreis ist bei Großaktionen wie den 500 Studierenden die Zahl gleichzeitiger Anrufe – die sollte man im Angebot ausdrücklich festhalten. Es handelt sich überwiegend um ausgehende Anrufe, nicht um klassische Telefonannahme.

Die Fallstudie wurde vom Anbieter telli auf seiner Website veröffentlicht; die Zahlen sind Angaben von telli bzw. Zenjob und nicht unabhängig geprüft. Wir haben mit keinem der Beteiligten gesprochen und erhalten von keinem Geld.

Häufige Fragen

Kann eine KI Bewerbergespräche am Telefon führen?

Ja, zumindest Erstgespräche. Bei Zenjob ruft ein KI-Agent Bewerber an, stellt die Fragen zur Stelle, beantwortet Rückfragen und erstellt eine Zusammenfassung. Über die nächste Runde entscheidet ein Mensch.

Wie viele Bewerber erreicht ein KI-Telefonagent?

Zenjob berichtet, dass 88 % der angerufenen Studierenden erreicht werden, mehr als ein Fünftel davon über Rückrufe. Angerufen wird auch abends und am Wochenende.

Lohnt sich ein KI-Telefonagent in der Personalvermittlung?

Bei hohem Volumen und kurzfristigem Bedarf zeigt der Fall den Nutzen: Zenjob kann laut Bericht Großaufträge annehmen, die das Team manuell nicht abtelefonieren konnte.

Quelle: „Wie Zenjob mit telli innerhalb eines Monats live ging und seine Erstgespräche skaliert hat“, telli – zum Original ↗. Zusammenfassung in eigenen Worten; Kosten und Einordnung von KI-Telefonassistent-Anbieter.

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